SPRACHSCHÄTZE in den Medien

 

15.02.2016 - Rheinische Post
Flüchtlingskinder rasch integrieren. Das Kommunale Integrationszentrum des Kreises plant mehrere Modelle.
Logo_Sprach_Mettmann
Welche Schwerpunkte das "Kommunale Integrationszentrum Mettmann" (KI ME) in den vergangenen drei Jahren mit seiner Arbeit gesetzt hat, hatten die Verantwortlichen maßgeblich auf Grundlage einer Befragung aller kreisangehörigen Städte beschlossen. Das Ergebnis war eindeutig: Im Bildungsbereich war den Kommunen der Ausbau der sprachlichen Bildung im frühkindlichen Bereich besonders wichtig. Auch der Aufbau einer Seniorenarbeit war erwünscht - und sollte in den folgenden Jahren umgesetzt werden. Dass das funktioniert hat, zeigt der Bericht des KI Me: Zum Thema "Älter werden" beraten mittlerweile drei Expertinnen in vier Sprachen. Mit den sechs Projektgruppen "Griffbereit" entstand ein Programm, das kindliche Entwicklung fördert. 17 "Rucksack Kitas" gibt es im Kreis und dienen seither der Sprachbildung von Migranten. Elternbegleiter konnten ausgebildet werden und die Kompetenz der Mütter und Väter fördern. Rund 150 Kinder und 145 Eltern hat das KI Mettmann erreicht. Und die Integration soll und muss weitergehen. Für die kommenden beiden Jahre hat sich der Fokus des Integrationszentrums Mettmann leicht verändert. Weil die derzeitige Flüchtlingssituation über das Kommunale hinaus reicht, hat man sich beim Setzen neuer Ziele der Route des Landes NRW angeschlossen. Angelehnt an das Integrationskonzept, das durch den Kreistag einstimmig für den Kreis Mettmann beschlossen wurde, hat das Integrationszentrum zwei Modellprojekte auf den Weg gebracht. Sprachschätze heißt das für den Bildungsbereich. Es soll Kinder mit Fluchterfahrung und Zuwanderungsgeschichte den Weg in das Schulsystem erleichtern. Etwa 25 Prozent der Schülerschaft im Kreis Mettmann sei davon immerhin betroffen. Vier Schulen werden dazu zwei Jahre lang begleitet: Die Hermann-Gmeiner-Schule Monheim, die GGS Am Neandertal in Mettmann, die Ratinger Erich-Kästner-Schule und die GGS Nordstadt in Velbert. Neben der Bildung ist das Projekt "Jugendbotschafter" der zweite Schwerpunkt. Hier gab vor allem eine Statistik den Anstoß: Der Anteil ausländischer Jugendlicher ohne Schulabschluss ist laut "KI Mettmann" doppelt so hoch wie der von Jugendlichen ohne Zuwanderungsgeschichte. Konkret heißt das, dass Unternehmen direkt kontaktiert werden sollen.

→ zum Artikel auf rp-online.de


10.02.2016 - WDR: Lokalzeit Bergisches Land
Auftakt der SPRACHSCHÄTZE im Kreis Mettmann

 


05.03.2013 - Westfälische Nachrichten

Lehrer wollen Sprachschätze heben

Es geht um die deutsche Sprache. Und es geht darum, wie diese an Schulen vermittelt werden kann. Vor allem geht es aber darum, wie Unterrichtsinhalte in der sicherlich nicht ganz einfachen Sprache Deutsch Kindern und Jugendlichen nahegebracht werden können. Vor allem dann, wenn die Schüler dieser Sprache nicht in entsprechendem Umfang mächtig sind, wie beispielsweise Kinder mit Migrationshintergrund oder einer fehlenden Bildungssprache. Dazu wurde eine Fortbildung für Lehrerkollegien im Kreis Warendorf mit dem Titel „Sprachschätze“ angeboten. Unter den 16 beteiligten Schulen mit dabei ist die Franz-von-Assisi-Grundschule.

Die Franz-von-Assisi-Grundschule beteiligt sich an der Fortbildung „Sprachschätze“. Das Ziel stellten (v.l.) Schulleiterin Martina Lamour, Referentin Christiane Möller-Bach und Prof. Sara Fürstenau von der Uni Münster vor. Foto: Biniosse

Seit knapp zwei Jahren finden an der Grundschule nun Fortbildungen statt, das letzte Modul zum Thema „interkulturelle, inklusive Schulmodelle“ war in der vergangenen Woche angesagt. Begleitet wird die Fortbildungsreihe, die von der Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA) aus Essen organisiert wird, von der Uni Münster. „Das Besondere an dieser Weiterbildung ist, dass sich das gesamte Kollegium und die Mitarbeiter der Offenen Ganztagsschule beteiligen“, sagte Professorin Sara Fürstenau vom Institut der Erziehungswissenschaft. Welche Schlüsse aus diesem Projekt beispielsweise für die Lehrerausbildung gezogen werden können, ist noch offen.

Das gilt nach einer Evaluation (Beschreibung, Analyse und Bewertung dieses Prozesses) nicht nur für die Uni Münster, vor allem gilt das auch für die Grundschule. „Wir werden nach Abschluss der Reihe sicherlich darüber diskutieren, wie die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten im Unterricht zum Tragen kommen können“, sagte Schulleiterin Martina Lamour. Jedenfalls seien das Projekt und der Prozess spannend gewesen. „Letztlich geht es aber darum, wie können wir das konkret hier an der Schule umsetzen“, so Lamour.

Dass es durchaus Sinn macht, sich mit dem Thema „Deutsch im Unterricht“ zu beschäftigen, zeigt allein schon die Zahl von 27 Prozent von Kindern mit Migrationshintergrund an der Franz-von-Assisi-Grundschule. „Das sind alles Kinder, die deutsch sprechen, die aber vielfach den Zugang zur Bildungssprache nicht haben“, erläuterte Lamour. Und weiter: „Das gilt aber auch für etliche andere, deutsche Kinder.“ Ein Beispiel eines Stolpersteins der deutschen Sprache? Spricht ein Lehrer im Biologieunterricht über „Körper“, so ist dabei etwas ganz anderes gemeint als beim Begriff „Körper“ im Mathematikunterricht.

Das Ziel der Weiterbildung „Sprachschätze“ ist, so Schulleiterin Martina Lamour, eine „individuelle Förderung der Bildungssprache über alle Fachbereiche hinweg“. Es gehe um einen „erweiterten Kulturblick“, um eigene Werte, fremde Werte und Diskriminierung.

→ zum Artikel auf wn.de


06.06.2012 - Die Glocke

Wenn Kindern die Worte fehlen Sprachschätze: Kreisweite Fortbildung für Grundschullehrer

Wie es ist, wenn man in der Zweitsprache im Fachunterricht mitmachen will, erfuhren Grundschullehrerinnen bei einer Fortbildung. Sie fand im Rahmen des kreisweiten Projektes "Sprachschätze" an der Overbergschule in Warendorf statt. Ein kurzes Raunen ging durch den Raum, als die Lehrerinnen ihre Aufgabe hörten. "Beschreiben Sie nun in Ihrer zweitbesten oder drittbesten Sprache den physikalischen Versuch zur Kerze.“ Dann versuchte jedes Kollegiumsmitglied, den zuvor gesehenen Versuch auf Englisch oder Französisch zu beschreiben.

Imke Lange, wissenschaftliche Mitarbeiterin der WWU Münster, Abteilung Interkulturelle Pädagogik, leitete die Fortbildung für Grundschullehrerinnen an der Overbergschule Warendorf.

Immer wieder konnte man hören: „Mir fehlen die Worte.“ „Ich kenne die Fachbegriffe nicht.“ „Meine Englischkenntnisse reichen bei weitem nicht aus.“

"Das ist in etwa die Situation, in der sich Kinder mit Migrationshintergrund befinden, wenn sie dem ganz normalen Schulunterricht folgen", erläuterte Imke Lange. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Uni Münster. Für die Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA) Essen leitete sie diesen Teil der Fortbildungsreihe Sprachschätze. Die Kinderperspektive einzunehmen – das war ein wichtiges Element dabei. Wo liegen die Stolpersteine? Wie groß und wie präzise muss das Vokabular der Kinder sein, damit sie erfolgreich mitarbeiten können? Welchen Zeitraum brauchen Kinder, bis sie so fit sind, dass sie in ihrer zweitbesten Sprache „Deutsch“ mit allen anderen mithalten können?

„Können wir dann mal eine Lösung hören?“ Betretenes Schweigen machte sich breit, als Imke Lange diese Frage stellte. Eine Teilnehmerin, die den Versuch in plattdeutscher Sprache aufgeschrieben hatte, löste das Schweigen auf. An zwei Nachmittagen beschäftigten sich die Lehrerinnen mit den Themen Deutsch als Zweitsprache und mit Durchgängiger Sprachbildung. Im theoretischen Teil führte Imke Lange noch einmal vor Augen, dass man in der Schule nicht automatisch zurechtkommen muss, wenn man die Umgangssprache beherrscht. Man muss als Kind die Schulsprache mit den entsprechenden fachsprachlichen Elementen erlernen. Im besten Fall entwickelt sich im Laufe der gesamten Schulzeit daraus eine Bildungssprache.

Wie groß der Handlungsbedarf beim Thema Sprache an den Grundschulen ist, wurde allen Teilnehmern deutlich. Gefragt seien deshalb für die Kinder positive Beispiele, aber auch ausreichende Trainingsmöglichkeiten und für Lehrerinnen und Lehrer Fortbildungen wie diese, die deutlich machen, welche Schwierigkeiten existieren und wie man ihnen erfolgreich begegnet.

Das Projekt Sprachschätze ist vom Regionale Bildungsbüro für den Kreis Warendorf entwickelt worden, um einen Beitrag zu leisten, den Bedarf nach Sprachfördermaßnahmen zu decken. Seit 2011 werden die Sprachschätze erfolgreich an 15 Grundschulen im Kreis Warendorf durchgeführt.

Im nächsten Teil der Fortbildungsreihe Sprachschätze geht es darum, das Diagnostizieren zu erlernen, um erkennen zu können, auf welcher Stufe der Sprachentwicklung das jeweilige Kind steht.


07.04.2011 - Westfälische Nachrichten

Sprachschätze: 15 Grundschulen können mitmachen

Die Integration von Zuwanderern ist Zukunftsthema geworden. Der vom Kreistag beschlossene Integrationsbericht bringt das wichtigste Ziel auf den Punkt: die Bildungschancen junger Menschen mit Zuwanderungshintergrund müssen erhöht werden. Deshalb setzt der Kreis Warendorf konsequent auf Sprachförderung.

Für das Projekt „Sprachschätze“ entwickelte eine interdisziplinäre Planungsgruppe ein Unterstützungssystem für Grundschulen.

„Sprache ist der Schlüssel zur Integration.“ Dieser Satz fasst das zentrale Ergebnis des Integrationsberichtes zusammen, teilt die Kreisverwaltung mit. Mit Hilfe einer interdisziplinären Planungsgruppe und einer externen Fachberatung wurde im Jahr 2010 ein Unterstützungssystem für Grundschulen im Kreis Warendorf entwickelt, das unter anderem Fortbildungen zur Interkulturellen Sensibilisierung, Module zum Bereich Deutsch als Zweitsprache sowie individuelle Sprachfördermaßnahmen für Seiteneinsteiger umfasst. „Sprachschätze“ - so lautet der Name des Projektes.

Für dieses über zwei Schuljahre angelegte Vorhaben können sich interessierte Grundschulen bis zum 13. Mai beim Schul-, Kultur- und Sportamt des Kreises Warendorf bewerben. 15 Schulen werden anschließend durch eine unabhängige Jury ausgewählt und können mit dem gesamten Kollegium sowie den Fachkräften des Ganztages an insgesamt fünf Fortbildungsmodulen teilnehmen. Zudem werden Fachtage, zum Beispiel zu den Themen Zusammenarbeit mit Eltern oder Beschulung von Seiteneinsteigern, angeboten.

Die „Sprachschätze“ knüpfen an das Projekt FIT (Frühkindliches Integrations-Training) an und sollen vor allem die Nachhaltigkeit von Sprachfördermaßnahmen über die Qualifizierung der Lehrer sowie auch der Fachkräfte im Offenen Ganztag fördern. Durchgeführt werden die Fortbildungsmodule von einem Referententeam der RAA (Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen) aus Zuwanderungsfamilien aus ganz NRW.

→ zum Artikel auf wn.de